Nagende Geräusche in der Wand oder krabbelnde Schatten im Bad deuten auf unerwünschte Mitbewohner hin. Sie gefährden die Vorräte und Bausubstanz und im Extremfall auch die Gesundheit. Mildere Winter und mehr Reisetätigkeit begünstigen ihre Ausbreitung. Eine wirksame Bekämpfung verlangt mehr als ein Spray aus dem Baumarkt und folgt einem klaren Plan.
Warum das Thema an Brisanz gewinnt
Schädlinge lassen sich in Deutschland inzwischen gut beziffern. Eine Auswertung von rund 17.000 Kammerjäger-Einsätzen aus den Jahren 2023 und 2024 zeigt, dass 2024 Wespen in etwa 34 Prozent der Fälle der häufigste Grund für professionelle Hilfe waren. Bettwanzen folgten mit rund 18 Prozent der Anfragen. Schadnager und Kakerlaken machten zusammen nur einen einstelligen Prozentanteil aus.
Prävention – saubere Verhältnisse und dichte Gebäude
Am wirksamsten ist es, Schädlingen die Lebensgrundlage zu entziehen. Frische Lebensmittel gehören in geschlossene Behälter, Krümel und Futterreste sollten rasch entfernt werden. Abfallbehälter brauchen einen Deckel und eine regelmäßige Leerung.
Eine kurze Checkliste erleichtert den Überblick:
– Vorräte dicht verschließen und regelmäßig prüfen
– Müllbehälter schließen und säubern, nicht in Gebäuden lagern
– Ritzen und Spalten abdichten, Rohrdurchgänge kontrollieren
– Feuchte Räume häufig lüften
Mechanische und biologische Methoden
Sind erste Spuren sichtbar, helfen mechanische Lösungen. Für Mäuse und Ratten eignen sich Schlagfallen oder Lebendfallen entlang der Laufwege. Diese Fallen sollten täglich kontrolliert und fachgerecht geleert werden. Gegen Kleidermotten und Vorratsschädlinge kommen biologische Gegenspieler zum Einsatz. Schlupfwespen parasitieren gezielt die Eier oder Larven. Die jungen Schlupfwespen fressen den Wirt auf. Der Schädling stirbt, bevor er sich weiterentwickeln und vermehren kann.
Chemische Mittel mit Augenmaß einsetzen
Chemische Produkte spielen in der Schädlingsbekämpfung weiterhin eine Rolle, stehen aber unter strengen Auflagen. Insektizide für den Haushalt sind meist als Sprays, Köderdosen oder Gele erhältlich und sollten nur gezielt nach Herstellerangaben eingesetzt werden. Rodentizide mit blutgerinnungshemmenden Wirkstoffen unterliegen der europäischen Biozid-Verordnung und werden Schritt für Schritt eingeschränkt. In Deutschland ist die befallsunabhängige Dauerbeköderung mit Antikoagulanzien ab Mitte 2026 nicht mehr erlaubt. Giftköder gegen Ratten und Mäuse kommen dann in der Regel nur noch nach einem festgestellten Befall, für begrenzte Zeit und über geschulte Fachbetriebe, zum Einsatz.
Wann ein Kammerjäger sinnvoll ist
Bei einem starken Nagerbefall stoßen Hausmittel schnell an ihre Grenzen. Das gilt auch für ausgedehnte Kakerlaken- oder Ameisenkolonien, wiederkehrende Wespen- und Hornissennester sowie für hartnäckige Bettwanzen. Kammerjäger verfügen über geschultes Personal, geeignete Schutzkleidung, passende Messgeräte und zugelassene Präparate. Sie bestimmen die Art und das Ausmaß des Befalls und entwickeln ein abgestuftes Vorgehen. Dazu zählen der Einsatz professioneller Fallen, physischer Barrieren, thermischer Verfahren und zugelassener Biozidprodukte in klar begrenzten Bereichen. Kammerjäger dokumentieren die Schritte und prüfen in Folgekontrollen, ob der Befall zurückgeht und die Ursachen dauerhaft entschärft sind.
Neue Methoden in der Schädlingsbekämpfung
Parallel zur klassischen Bekämpfung entwickeln sich im Haushalt zunehmend innovative Lösungen. Smarte Fallen und Köderboxen mit App-Anbindung melden Aktivitäten in Echtzeit und erleichtern die Einschätzung des Befalls. Mechanische und physische Methoden arbeiten giftfrei, etwa moderne Lebendfallen, Ultraschallgeräte oder Heißdampfbehandlungen für Matratzen und Polstermöbel. Biologische Ansätze wie Nematoden, Pheromonfallen und Biopestizide auf Basis von Neemöl oder Kieselgur greifen gezielt Schädlinge an und gelten als haustierfreundlich.
Schädlinge eindämmen, Wohnqualität erhalten
Schädlinge lassen sich nicht vollständig aus der Umgebung verbannen, doch ihr Einfluss kann stark begrenzt werden. Entscheidend sind dichte Gebäude, eine saubere Vorratshaltung und ein wachsamer Blick auf erste Spuren. Mechanische und biologische Methoden bilden die Basis, chemische Mittel ergänzen sie unter klaren Regeln. Moderne Technik und professionelle Kammerjäger schließen Lücken, wenn der Befall größer wird. So entsteht ein abgestuftes System, das Gesundheit, Wohnqualität und Umwelt im Blick behält.