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Whiskey-Tasting für Anfänger

Geschrieben von Janina Winkler

Die Welt des Whiskeys ist groß und für Anfänger zunächst nur schwer durchschaubar. Egal, ob man nun an einem professionellem Whiskey-Tasting teilnimmt oder selbst eine Verkostung mit Freunden organisieren möchte, es gibt ein paar Dinge zu beachten. Beispielsweise ist die Wahl des richtigen Whiskey Glases fundamental für ein gutes Geschmackserlebnis. Was noch wichtig ist für das erste Tasting verrät dieser Artikel.

Wie genießt man Whiskey angemessen?

Wie schon erwähnt wurde spielt die Wahl des richtigen Glases eine wichtige Rolle. In der Gastronomie bekommt man seinen Whiskey oft in einem sogenannten Tumbler und mit Eis serviert. Das ist im Grunde nicht falsch. Will man Whiskey aber wirklich ausführlich verkosten, empfiehlt sich ein dünnes und nach oben hin schmal zulaufendes Glas. So kann der Whiskey mit den Händen auf die richtige Temperatur gebracht werden und seine Aromen voll entfalten. Das hilft auch beim Nosing, dem Geruchstest.

Nach Meinung einiger Experten sollte man auch die Eiswürfel weglassen, wenn man ein intensives Geschmackserlebnis möchte. Eis kann den Whiskey zu sehr verwässern und bei einer zu kalten Temperatur können sich die Aromen nicht vollkommen entfalten. Dennoch bleibt es eine Frage des persönlichen Geschmacks und es gibt kein richtig oder falsch.

Vielen Einsteigern ist der Alkoholgehalt mancher Sorten zu hoch und sie schmecken nur die Schärfe des brennenden Alkohols. Verdünnen kann helfen das zu vermeiden. Die Meinung der Kenner geht aber auch hier auseinander. Um den Geschmack zwischendurch zu neutralisieren, ist ein Schluck Wasser aber perfekt. Man kann eine geeignete Wasserkaraffe nutzen, um die Teilnehmer durchgehend damit zu versorgen. So kann man im gleichen Zug verhindern, dass die Gäste zu schnell beschwipst werden.

Whiskey in großen Tumbler Gläsern auf Eis und stilecht eine Zigarre dazu – Das ist aber nicht der einzige Weg seinen Whiskey zu genießen. (Qulle: annca / Pixabay)

Whiskey richtig verkosten

Die eigentliche Verkostung besteht aus vier Schritten: Schauen, riechen, trinken und Nachbeben. Schon allein das genaue Betrachten eines Whiskeys kann Aufschluss über seinen Geschmack geben. Man hält das Glas am besten ins Tageslicht und beginnt dann es waagerecht zu kippen und um die eigene Achse zu drehen. Kippt man es wieder zurück in eine senkrechte Position kann man Schlieren erkennen. Je dicker sie sind, desto mehr Alkohol und Öle enthält der Whiskey. Mehr Öle im Destillat sorgen für ein volleres Mundgefühl.

Dann folgt das Riechen, wofür man den Fachbegriff “Nosing” verwendet. Dabei führt man das Glas vorsichtig an die Nase und beginnt zu schwenken. Zu Beginn wird man nur den scharfen Alkohol riechen. Man muss immer wieder schwenken und riechen. Nach und nach wird man verschiedene Aromen wahrnehmen können. Es gibt auch die Möglichkeit das Glas mit der Hand abzudecken und etwas heftiger zu schwenken. Wenn man dann an der Hand reicht, können sich zusätzliche Aromen auftun, da die Körpertemperatur diese hervorbringt.

Dann kommt der spannendste Punkt – das Trinken. Man sollte den Whiskey nicht sofort runterschlucken, sondern ihn im gesamten Mund verteilen und herumspülen. Denn verschiedene Stellen der Zunge können unterschiedliche Geschmacksrichtungen erkennen. Aber auch die Zungenunterseite, der Gaumen und die Lippen tragen zum Geschmackserlebnis bei. Man sollte das Nosing und das Trinken wiederholen, um noch mehr herausschmecken zu können.

Zuletzt sollte man auf die Nachwirkungen achten. Brennt der Whiskey in der Speiseröhre oder im Magen? Oder breitet sich eine Wärme im Mund aus? Auch geschmacklich kann sich jetzt noch einiges entwickeln. Vielleicht überwiegt ein süßlicher Geschmack oder ein bitterer. Manchmal kann auch noch eine rauchige Note entstehen. Man kann auch versuchen darauf zu achten, welcher Geschmack sich, wie lange hält.

Mit welchem Whiskey fängt man an?

Da nun alle Vorbereitungen getroffen wurden, fragt sich nur noch für welche Sorten man sich entscheiden soll. Da als Anfänger durchzublicken ist nicht so ganz einfach, denn es gibt viele Whiskeysorten und Unterscheidungen.

Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal für Einsteiger ist aber wohl, ob der Whiskey rauchig ist oder nicht. Eine sehr rauchige Sorte kann schnell abschreckend wirken. Vor allem für Nichtraucher kann der Geschmack gewöhnungsbedürftig sein. Auch ein hoher Alkoholgehalt kann den Genuss für Neulinge erschweren. Für den Einstieg empfiehlt es sich daher, auf Standardabfüllungen bekannter Brennereien zu setzen. Diese schmecken nämlich der Mehrheit.

Die Auswahl ist groß. Mit dem richtigen Vorgehen bei der Auswahl können Fehlkäufe verhindert werden. (Quelle: Chris F / Pexels)

Um einen guten Überblick über das Aromen- und Geschmacksspektrum von Whiskey zu geben, kann man beispielsweise jeweils einen weichen, einen sherrylastigen, einen kräftigen und einen nicht allzu rauchigen aussuchen. Soll das Spektrum noch etwas weiter sein, kann man zusätzlich irische und amerikanische Sorten einbeziehen. Auch ein Whiskeylikör kann spannend sein. Interessant ist es vielleicht auch für Anfänger, einen hochwertigen Whiskey mit einem aus dem Supermarkt zu vergleichen und Unterschiede herauszufinden.

Man sollte am Anfang aber dennoch keine allzu teuren Flaschen erwerben. So bannt man die Gefahr, viel Geld für einen Whiskey auszugeben, der einem dann doch nicht schmeckt. Es kann auch hilfreich sein, die Geschmacksbeschreibung auf der Flasche zu lesen, um einen groben Eindruck zu bekommen. So kann man herausfinden, was einem schmeckt und dann später in einen edleren Tropfen investieren.

Fazit – Probieren geht über studieren

Letztlich bleibt zu sagen, dass es kein richtig oder falsch gibt. Geschmäcker sind verschieden und selbst Experten sind sich nicht immer einig. Ob man seinen Whiskey nun mit oder ohne Eis oder verdünnt trinkt ist und bleibt Geschmackssache. Probieren geht über studieren trifft hier also mehr als deutlich zu. Man sollte sich daher nicht von vermeintlichen Kennern und vorherrschenden Meinungen beirren lassen, sondern sich einfach durchtesten.
Denn das Entdecken macht doch immer noch am meisten Spaß.

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Janina Winkler